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POSITIVE PSYCHOLOGIE
Positive Psychologie ist historisch inspiriert von
fernöstlichen spirituellen Traditionen:
Buddhismus, Advaita Vedānta und Kashmirischem Śhaivismus
Schwerpunkte:
I. Fokus auf Stärken statt auf Defizite
– Statt Schwächen oder Störungen zu behandeln, werden individuelle Stärken entdeckt, gefördert und eingesetzt.
II. Ziel ist die Identifikation mit der beschwerdefreien Zone, dem Zentrum und innersten Kern der Seele. Erkenntnis des tieferen Sinnes im Leben ist wichtiger als die Fokussierung auf das Leid und dessen Verhinderung.
III. Modell der Stufen des Bewusstseins (H. Piron, erweitert von T. Fehr)
1. Überwindung von Hindernissen, Schwierigkeiten und Widerständen durch Training von Akzeptanz; Hindernisse durch Annehmen überwinden lernen
2. Entspannung: Körperliche, emotionale und mentale Entspannung.
3. Achtsamkeit, Bewusstheit, Wachheit, Fokus: „One-pointedness“: (Dharana), Fokussiertheit, Gewahrsein ohne Anhaften, das heißt zunehmende Disidentifikation und Auflösung falscher Identitäten; dadurch Erfahrung einer inneren Mitte, einer unveränderlichen ewigen Energie im Inneren, eines Energiefeldes von körperlicher Leichtigkeit, Gleichmut und innerem Frieden. Intuitive Einsichten und Erkenntnisse aus den tieferen Ebenen des Kollektiven Bewusstseins können sich zeigen.
Hierher gehört auch ein weiteres zentrales Thema auf dem Weg der Meditation: „vom Paar der Gegensätze Frei“, das „Handeln ohne Erwartungsdruck“.
Was sind „Paare von Gegensätzen“?
Die östliche Philosophie der Bhagavad-Gita meint damit die Dualitäten, in denen wir normalerweise feststecken:
Lust ↔ Schmerz
Gewinn ↔ Verlust
Erfolg ↔ Misserfolg
Lob ↔ Tadel
Hitze ↔ Kälte
Anziehung ↔ Abneigung
Kurz: alles, was uns emotional hin- und herwirft 🎢
Die zentrale spirituell-psychologische Aussage dazu entnehmen wir der Bhagavad-Gita, der zentralen Schrift der VEDEN: Kapitel II, Vers 45:
„Erhebe dich über die drei Guṇas,
sei frei von den Gegensätzen,
ruhe im reinen Sein …“
Vers 47:
👉 Du hast Kontrolle nur über Deine Handlung - nicht über deren Früchte !
Vers 48:
„Verweile im Yoga, sei gleichmütig in Erfolg und Misserfolg.“
👉 „Established in Yoga - perform action“
👉 Feststehend in Yoga - handle
Was heißt das praktisch?
Gefühle dürfen kommen – aber sie regieren dich nicht mehr
Ereignisse passieren – aber dein Zentrum bleibt ruhig
Du handelst klar, ohne dich innerlich zu verkrampfen
Die Gita nennt das Samatva – Gleichmut, innere Balance.
Spirituell ausgedrückt:
„Vom Paar der Gegensätze frei“ heißt:
Du identifizierst dich nicht mehr mit wechselnden Zuständen
Dein Bewusstsein ruht im Ātman (dem unveränderlichen Selbst)
Dualität wird als Spiel der Erscheinungen erkannt, nicht als letzte Wahrheit
In der vedischen Meditation (TM) ist das:
Übergang vom Reiz-Reaktions-Modus
hin zum unbeteiligten Zeugenbewusstsein
vom „Ich werde hin- und hergezogen“
zum „Ich nehme wahr – und bleibe still“
4. Transpersonale Qualitäten, open monitoring, Kontemplation: Meditation als Methode sowie Zeitgefühl werden überwunden und transpersonale Qualitäten wie Klarheit, Wachheit, Liebe, Hingabe, Verbundenheit, Demut, Gnade, Dankbarkeit, bedingungslose Selbstakzeptanz, formlose Energie und grenzenlose Freude werden erfahren.
5. Transpersonales Selbst, Transzendenz, Non-Dualität: kognitive Vorgänge wie Gedanken, Vergleiche, Unterscheidungen, Urteile sowie Wahrnehmungen von Emotionen und Empfindungen kommen vollständig zur Ruhe; die Einheit mit allem, Leerheit und Unendlichkeit des Bewusstseins werden erfahren; die Dichotomie von Subjekt und Objekt wird überwunden bzw. beide hören auf, (als eigenständige Entitäten) zu existieren.
Der spirituelle Hintergrund
1. Alles ist Bewusstsein.
Es gibt nichts außerhalb von Bewusstsein – Materie, Geist und Welt sind Erscheinungsformen desselben einen Prinzips.
2. Dieses Bewusstsein ist lebendig, frei und kreativ.
Bewusstsein ist nicht passiv, sondern Śakti: pulsierend, schöpferisch, sich selbst offenbarend.
3. Das Absolute ist zugleich transzendent und immanent.
Das Göttliche ist nicht jenseits der Welt – die Welt ist seine Selbst-Manifestation.
4. Das Selbst - Ātman - und Śiva sind identisch.
Dein innerstes Sein ist kein Teil des Göttlichen – es ist das Göttliche selbst.
5. Befreiung ist Erkenntnis, nicht Flucht.
Erwachen bedeutet nicht, die Welt zu verlassen, sondern sie als Ausdruck des Bewusstseins zu erkennen.
6. Unwissenheit ist Vergessen, nicht Sünde.
Leiden entsteht durch Selbst-Vergessen (mala), nicht durch moralisches Versagen.
7. Erkenntnis ist Wiedererinnerung (Pratyabhijñā).
Erwachen ist das Wieder-Erkennen dessen, was immer schon da war.
8. Jede Erfahrung – auch Schmerz – ist eine Tür.
Nichts ist „unspirituell“: Körper, Emotionen, Beziehungen, Sinnlichkeit gehören zum Weg.
9. Freiheit ist der Grundzustand des Bewusstseins.
Bindung ist eine „temporäre Selbst-Kontraktion“ - eine zeitweilige Verengung des Bewusstseins - nicht die endgültige Realität.
10. Das Ziel ist nicht Weltverneinung, sondern Welt-Durchlichtung.
Der Erwachte lebt mitten im Leben, nicht außerhalb davon.
In einem Satz verdichtet:
„Alles ist Bewusstsein, das sich selbst erfährt – und Erwachen ist das Wiedererkennen dieser Wahrheit.“
Buddhismus, Advaita Vedānta und Kashmirischer Śhaivismus sind keine isolierten Systeme. Sie entstanden in einem jahrhunderte-langen Dialog, teils offen, teils polemisch, teils miteinander still integrierend.